Prävention und Therapie der LRS – Was wirkt?

Fachartikel

Prävention und Therapie der LRS – Was wirkt?

Problemkreis LRS im Überblick

Umschriebene Störungen des Lesen- und/oder Schreibenlernens (nachfolgend: LRS) gehören zu den häufigsten schulischen Entwicklungsproblemen, wobei von einer altersabhängigen Prävalenz von 4–8% der Schülerschaft ausgegangen wird.
Die schriftsprachlichen Lerndefizite der betroffenen Kinder sind insofern unerwartet,
als sie weder durch Intelligenzprobleme, Sinnesbehinderung, neurologische Schädigung
oder andere Primärbeeinträchtigungen noch durch mangelnde Beschulung erklärt werden können.

Nach dem aktuellen Stand der ätiologischen Forschung hat die LRS eine genetische bzw. neurobiologische Basis, die in der Pathogenese der Störung mit Umweltfaktoren interagiert. Auch wenn sich die Primärsymptomatik als heterogen und dynamisch erweist, besteht Konsens, dass Kinder mit LRS in erster Linie erhebliche Probleme mit dem Erwerb von basalen Lese- und Schreibfertigkeiten bekunden (Wortebene).

Es gibt eine solide Forschungsevidenz, wonach diesen
frühen Lernerschwernissen ein «phonologisches Defizit» zugrunde liegt (u.a. phonologische Bewusstheit, phonologisches Gedächtnis), welches es den Kindern erschwert, erfolgreich die alphabetische Lese- und Schreibstrategie zu erwerben und zu nutzen.

Visuelle Verarbeitungsdefizite spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle bzw. sind sie nur bei einer kleinen LRS-Subgruppe nachweisbar.

Über die anfänglichen Probleme mit dem Dekodieren und Sichtwortlesen hinaus fallen viele Kinder und Jugendliche mit LRS durch deutliche Defizite in der Leseflüssigkeit auf.

Des Weiteren kann die Primärsymptomatik individuell ausgeprägte Schwierigkeiten im Lese- bzw. Textverstehen umfassen, die oft mit Einschränkungen des Hörverstehens einhergehen. Weitere häufige Lernprobleme betreffen die Rechtschreibung, die für jüngere wie ältere Kinder mit LRS eine grosse Herausforderung darstellt.

(vgl. Klicpera & Gasteiger-Klicpera 1995; Shaywitz et al. 2008; Schulte-Körne, 2010)

 

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Quelle: logopaedieschweiz.ch

 

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