Hörtraining mit Musik und das auditive Arbeitsgedächtnis

Fachartikel

“Die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses entscheidet mehr über den Schulerfolg als der Intelligenzquotient (Alloway & Alloway 2010). Einer groß angelegten Studie zufolge verfügen etwa 10 % Schüler eines Jahrgangs über ein Arbeitsgedächtnis, das ihre Lernfähigkeit erheblich beeinträchtigt, was u. a. Frustration und Verhaltensauälligkeiten zur Folge hat.

Aus der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses bei fün‚ährigen Kindern lassen sich ihre Schulnoten sechs Jahre später vorhersagen. Lehrer halten diese Kinder häuƒg für Tagträumer, unmotiviert und weniger intelligent (ebd.). Für die Sprachentwicklung stellt das auditive Arbeitsgedächtnis eine elementare Grundlage dar (Baddeley, 1992; Rosenkötter, 2003; Weinert, 2010).

Im Arbeitsgedächtnismodell Baddeleys (1986, 1992) sind die phonologische Schleife (phonological loop) und der visuellräumliche Notizblock einer zentralen Exekutive untergeordnet und mit ihr im ständigen Austausch. Von dort gelangen die Informationen ins Langzeitgedächtnis (Baddeley et al., 1998). Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung verfügen über ein eingeschränktes phonologisches Arbeitsgedächtnis (Sachse, 2007).

Sogar bei spontansprachlich unauälligen Kindern, deren Sprechbeginn lediglich verzögert gewesen ist (Late Bloomer), bleiben die Deƒzite in den phonologischen Fähigkeiten und im phonologischen Arbeitsgedächtnis bestehen, und das phonologische Arbeitsgedächtnis scheint auch trotz erfolgreicher logopädischer Maßnahmen unverändert zu bleiben (Henry, 2012).”

Viel Spaß beim Lesen.

Quelle: praxis-sprache.eu

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