Dysgrammatismus – Wie es logopädisch therapiert wird

Der Dysgrammatismus ist eine bei Kindern auftretende Sprachstörung, von der etwa 3 % der sechsjährigen Jungen und rund 2 % der sechsjährigen Mädchen betroffen sind. Kinder, die unter dieser Sprachstörung leiden, sind nicht in der Lage die deutschen Grammatikregeln korrekt anzuwenden. Demnach lässt sich auch das natürlich vorhandene Sprachempfinden teilweise vermissen. Ein logopädisches Therapiekonzept arbeitet in der Regel ganzheitlich und stellt das betroffene Kind in den Mittelpunkt der Therapie.

Wie zeigt sich Dysgrammatismus in der Praxis?
Ein Vorliegen der Sprachstörung stellen Eltern in der Regel eigenständig fest. Hierbei ist zu beachten, dass es natürlich weitgehend normal ist, wenn Kleinkinder, die gerade das Sprechen erlernen, nicht sofort konsequent die korrekte Grammatik verwenden.

Spätestens im vierten oder fünften Lebensjahr sollte es aber in der Lage sein, verhältnismäßig einfache Sätze mit richtiger Grammatik zu bilden. Sofern das spätestens im sechsten Lebensjahr noch nicht funktioniert, lässt sich Dysgrammatismus diagnostizieren. Ein Besuch beim Hausarzt ist dann angeraten, auch bei den regulären Kontrollen wird die Sprachstörung mitunter festgestellt. Hausärzte arbeiten im weiteren Verlauf eng mit Logopäden zusammen, um die Sprachstörung ganzheitlich zu erfassen und zu behandeln.

Bemerkbarkeit
Sowohl in der grammatikalischen Formvielfalt als auch beim Satzbau und der Erzählfähigkeit macht sich ein Vorliegen der Sprachstörung bemerkbar. Bei der Satzbauentwicklung verzichten betroffene Kinder häufig auf die Nutzung von Verben, auch sind nur sehr wenige und teilweise falsche Wortkombinationen erhalten. Verben werden häufig unpassend an letzter Stelle des Satzes positioniert, beispielsweise so: „Ich jetzt Ball spielen“. Generell neigen Betroffene dazu, ihre Sätze immer wie folgt aufzubauen: Subjekt-Verb-Objekt. Diese klingen in der Praxis daher meist so: „Papa arbeiten Werkzeug“ oder „Mama putzen Tisch“.

Hinsichtlich der grammatikalischen Vielfalt lässt sich feststellen, dass ein weitgehender bis vollständiger Verzicht auf Dativ und Akkusativ stattfindet. Betroffene Kinder sind außerdem häufiger nicht in der Lage die korrekte Zeitform anzuwenden oder bilden diese völlig falsch, indem sie quasi neue Verbvariationen erfinden. Unsicherheiten beim Genus und Plural lassen sich ebenso feststellen.

Weitere Auffälligkeiten
Im Gespräch beziehungsweise beim Erzählen ist auffällig, wie sehr viele Verbindungselemente konsequent wiederholt werden und selbst komplexe Zusammenhänge übermäßig einfach dargelegt werden. Dadurch kommen Nebensätze nur sehr selten oder gar nicht vor. Einige Erzählbausteine und -inhalte fehlen vollständig, weshalb der Zuhörer mitunter einzelne Zusammenhänge nachfragen muss.

Derartige Probleme können sowohl beim Sprechen als auch im Sprachverständnis generell auftreten, weshalb beide Elemente in der Diagnostik in unseren Dresdner Praxen eine große Rolle einnehmen.

Behandlungsansatz und Förderung von betroffenen Kindern
In unseren logopädischen Praxen in der Elbflorenz Dresden achten wir darauf, nicht nur den eigentlichen Sprachfehler zu behandeln, sondern im Zuge dessen auch die ganze Persönlichkeit der betroffenen Kinder zu erfassen.

Zuerst erfolgt immer eine gründliche Anamnese zur weiteren Diagnostik. Im Anschluss stellen wir Ihnen als Eltern ein mögliches Behandlungskonzept vor und geben einen Ausblick, über wie viele Sitzungen dieses angelegt sein sollte. Da kein einheitliches, standardisiertes Testverfahren existiert, prüfen unsere Logopäden die Sprachfähigkeiten normalerweise durch Spontansprache. Da lassen sich grammatikalische Fehlkonstruktionen in der Regel leicht feststellen.

Das Therapiekonzept
Die eigentliche Therapie stützt sich auf mehrere Säulen, vorrangig natürlich den Sprachausbau, aber auch individuelles Wahrnehmungstraining. Lerninhalte werden auch bei einer Diagnose mit Dysgrammatismus so angelegt, dass sie für das Kind fördernd und interessant sind. Eine positive Beziehung zwischen dem Therapeuten und dem Kind ist dafür unerlässlich. Die Kinder erlernen zudem verschiedene Regeln, die ihnen bei der Aneignung von sprachlich-kognitiven Strategien hilfreich sind.

Es ist unbedingt angeraten, betroffene Kinder frühzeitig in logopädische Behandlung zu geben. Eine plötzliche Spontanheilung ist nicht zu erwarten, des Weiteren werden Betroffene spätestens mit dem Schuleintritt aufgrund der mangelhaften grammatikalischen Fähigkeiten vor Probleme gestellt. Die Sprachstörung lässt sich schon frühzeitig behandeln, selbst wenn sich das Kind noch im Kindergarten(alter) befindet.

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